Sperrnächte: Der Aufttakt zu den Rauhnächten
Die Rauhnächte kennen inzwischen viele. Die Sperrnächte hingegen sind vielen nicht so geläufig, dabei sind beide fest miteinander verwoben.
Wer heute in eine Buchhandlung geht, kommt kaum am Tisch mit den Rauhnächte-Workbooks vorbei. Auch auf Instagram reiht sich eine Werbeanzeige an die andere, und sogar auf den Plakatwänden meiner Stadt findet sich mittlerweile das eine oder andere Rauhnächte-Angebot. Ich kann den Trend gut verstehen: Seit drei Jahren nehme ich jeden Dezember an demselben Rauhnächte-Workshop teil – und kann nicht mehr ohne ihn. Die achtsame Vorbereitung auf das neue Jahr schenkt mir jedes Mal Impulse, die mich das ganze Jahr über begleiten. Als dieses Jahr jedoch erstmals die Sperrnächte im Workshop-Programm standen, wusste ich ehrlich gesagt nicht, was es damit auf sich hat. Falls es dir ähnlich geht, kommt hier die Erklärung.
Was sind die Sperrnächte?
Die Sperrnächte, auch Dunkelnächte genannt, beginnen in der Nacht vom 8. auf den 9. Dezember. Es sind die zwölf dunkelsten Nächte vor der Wintersonnenwende am 21. Dezember – jener Schwelle, an der die Tage wieder länger werden. Die Wintersonnenwende steht für die Wiedergeburt des Lichts, für Neuanfang und den Beginn eines neuen Sonnenzyklus.
Bevor jedoch das Neue eintreten kann, darf das Alte gehen. Die Sperrnächte sind eine Einladung zur Stille, zum Loslassen und zur bewussten Innenschau. Was hat uns das vergangene Jahr gelehrt? Was möchten wir verabschieden – und was darf bleiben? Es geht darum, das alte Jahr achtsam abzuschliessen, Klarheit zu finden und inneren Raum zu schaffen, um anschliessend frei von Altlasten in die Rauhnächte zu starten. Dort liegt der Fokus schliesslich auf Manifestation, Visionen und neuen Zielen.
Was macht man in den Sperrnächten?
Jede der zwölf Sperrnächte steht – ähnlich wie bei den Rauhnächten – für einen Monat des vergangenen Jahres. Die erste Nacht vom 8. auf den 9. Dezember repräsentiert dabei den Januar, die folgende Nacht den Februar, und so setzt sich das Prinzip Nacht für Nacht bis zur Wintersonnenwende fort. Zu jeder dieser Nächte kann man kleine, persönliche Rituale durchführen: Vielleicht blätterst du durch Fotos des entsprechenden Monats, liest alte Journal- oder Kalendereinträge oder lässt besondere Momente einfach noch einmal innerlich auftauchen.
Fragen, die du dir stellen kannst:
Was war das prägendste Ereignis und wieso?
Was hast du in diesem Monat gelernt?
Was fühlst du, wenn du auf diesen Monat zurückblickst?
Vielleicht tauchen Erkenntnisse auf, vielleicht Gefühle, vielleicht auch einfach nur ein Anerkennen dessen, was war. Genau darin liegt die Kraft der Sperrnächte: Sie schenken uns die Möglichkeit, das Vergangene zu würdigen, es bewusst loszulassen und die Essenz dessen mitzunehmen, was uns wirklich weiterbringt.

