Zurück zum Valentinstag

Es mag paradox klingen, aber als Kind war der Valentinstag in meinem Leben viel präsenter als heute als Erwachsene. Egal ob in Büchern oder Serien wie Zoey 101, der Valentinstag wurde immer thematisiert. Und spätestens als meine Mutter eines Abends nach ihrer Arbeit mit silbernen Herzohrringen nach Hause kam und sie mir, ihrem Valentinsschatz schenkte, war es um mich geschehen. Von da an freute ich mich jedes Jahr auf den 14. Februar.

Früher war der Valentinstag für mich ein Highlight – heute vergesse ich ihn jedes Jahr.

Mein jüngeres Ich würde heute wohl kopfschüttelnd neben mir stehen und mir dabei zusehen, wie ich jedes Jahr am Valentinstag seelenruhig im Bett liege und lese. Und das, obwohl ich seit sieben Jahren in einer Beziehung bin – und dann auch noch in einer wirklich tollen, die eigentlich gefeiert werden müsste. Der Grund für mein valentinstagloses Leben ist wenig spektakulär: Ich merke es gar nicht, dass Valentinstag ist. Der Feiertag ist für mich einfach in Vergessenheit geraten, und auch die Einstellung meines Umfelds, dass es sich beim Valentinstag um ein unnötiges Kommerzfest handelt, hat sicher auch dazu beigetragen.

Achtung, History Lesson!

Mein Umfeld ist mit dieser Einstellung nicht alleine. Nicht umsonst hält sich das Gerücht, der Valentinstag sei von Floristen oder Konditoren erfunden worden. Wahrscheinlich geht er aber auf den Heiligen Valentin zurück. Er war ein Priester, der im 3. Jahrhundert heimlich verliebte Paare traute, obwohl der damalige Kaiser seinen Soldaten das Heiraten verboten hatte. Er war der Meinung, dass verheiratete Männer schlechte Soldaten seien. Und wer braucht schon schlechte Soldaten? Valentinus jedenfalls widersetzte sich diesem Verbot und wurde dafür am 14. Februar hingerichtet. Später entstanden dann die sogenannten "Valentinspaare", die sich gegenseitig kleine Geschenke oder Gedichte schickten.

Es wird höchste Zeit, dass ich meinem Freund bei Hive mal wieder in den Hintern trete.

Dieses Jahr will ich den Valentinstag bewusst feiern. Ich werde jedoch nicht versuchen, noch einen Tisch in einem ausgebuchten Restaurant zu ergattern, wo ein viel zu teures Valentins-Menü angeboten wird, oder meinem Freund Blumen oder Schokolade schenken. Stattdessen werden wir gemeinsam etwas Leckeres kochen und endlich mal wieder ein Brettspiel spielen – es wird höchste Zeit, dass ich ihm bei einer Partie Hive ordentlich in den Hintern trete. Was ich damit sagen will: Man kann den Valentinstag so gestalten, wie man will. Man muss sich nicht dem gesellschaftlichen Druck aussetzen oder dem Konsumzwang nachgeben. Der Valentinstag kann auch einfach eine kleine Erinnerung daran sein, die Menschen in unserem Leben zu schätzen. In einer Welt, in der wir täglich von Konsum und Erwartungen überflutet werden, ist es doch umso bedeutsamer, wenn wir uns bewusst Zeit nehmen, um uns auf das Wesentliche zu besinnen: auf die Menschen, die uns wichtig sind. Und wer weiss, vielleicht krame ich ja auch meine Herzohrringe wieder hervor, um mich selbst ein kleines bisschen wertzuschätzen.

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